
Im Jahre 1685, nach Aufhebung des Edikts von Nantes, hatte ein Zweig der Familie unter einem gewissen Etienne de François, wegen ihres reformierten Glaubens Frankreich verlassen müssen. In Kursachsen fand sie Asyl.
Der Großvater
Karl von François wurde auf dem Hofgut seines Vaters, dem sächsischen Hauptmann Karl August de François geboren (1785). Das Hofgut, Haus Niemegk in Sachsen, war ein altes Brück´sches Familiengut, welches ihm durch seine Frau, eine Geborene von Brück, zukam. (der Name "von Brück" ist bekannt aus den sogenannten "Grumbach´schen Händeln" im 16. Jahrhundert. Karls Mutter war eine Nachkommin jenes bekannten Kanzlers von Brück, welcher als Genosse der aufständischen Ritterschaft im Jahre 1567 bei der Belagerung von Gotha gefangen und gevierteilt wurde)
Karl von François brachte es zum preußischen General. Von der sächsischen Kadettenschule (Churfürstlich Sächsische Ritterakademie) in Dresden ausgebüchst, ging er, nach geraumer Wartezeit im Jahre 1803 zur preußischen Armee. Er konnte als Fähnrich in das Infanterieregiment Graf Wartensleben in Erfurt eintreten. Nach den verlorenen Schlachten gegen Napoleon verlor Preußen nach dem Friedensvertrag von Tilsit (9. Juli 1807) die Hälfte seines Gebietes und die preußische Armee musste um 50% verkleinert werden. Viele jungen Offiziere mussten gehen. Er begab sich in die Dienste der württembergischen Armee nach Esslingen. Bei der Jägergarde zu Pferd wurde er als Oberleutnant angenommen. Wegen eines Streites mit einem Rittmeister kam er ins Gefängnis Hohenasperg. Nach einigen Jahren gelang ihm die Flucht. Er ging später zum Freikorps Schill, konnte bei deren Vernichtung durch napoleonische Truppen entrinnen und beteiligte sich auf russischer Seite an den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Danach wechselte er wieder zur preußischen Armee bis zu seinem Ruhestand, den er in Potsdam verbrachte.
Seine Tochter, Clotilde von Schwartzkoppen, schrieb aus seinen Aufzeichnungen das Memoirenwerk "Ein deutsches Soldatenleben", das 1873 herausgegeben wurde.
Der Großvater seitens der Mutter, Wilhelm von Wetzel, war ebenfalls General und ist bekannt durch seine Memoiren "Im Wirbelsturm der Zeit"
Der Vater
Bruno von François fiel als General und Kommandeur der 27. Infanteriebrigade beim Sturm auf die Spicherer Höhen am 6. August 1870. Die Mutter Marie, geborene von Wetzel, reiste im Alter von 73 Jahren nach Deutsch-Südwestafrika zum Besuch ihres jüngsten Sohnes, Hauptmann Hugo von François und erlebte dort den Herero-Aufstand in dem Hugo bei Owikokorero fiel. Der ältere Bruder Kurt war ein bekannter Afrikaforscher und leitete als Landeshauptmann von Deutsch-Südwestafrika die Kämpfe gegen die Witbois.